PV-Ertrag-Tabelle für Deutschland - Monatswerte und Beispiele

PV-Ertrag Tabelle: Dachneigung und Ausrichtung beeinflussen den Ertrag. Südliche Ausrichtung und geringe Neigung erzielen die besten Ergebnisse.

Geschrieben von

Burghard Otto

Veröffentlicht am

15. Sept. 2026

Inhaltsverzeichnis

Ob sich eine Photovoltaikanlage wirklich lohnt, zeigt sich nicht an der maximalen Leistung auf dem Datenblatt, sondern an den erzeugten Kilowattstunden über das ganze Jahr. Eine PV-Ertrag-Tabelle macht sichtbar, wie stark Standort, Jahreszeit, Dachneigung und Ausrichtung den Ertrag beeinflussen. Ich zeige realistische Richtwerte für Deutschland, rechne Beispiele für typische Hausanlagen durch und ordne ein, was der Solarstrom für Wärmepumpe, Heizung und Eigenverbrauch bedeutet.

Die wichtigsten Richtwerte für eine realistische PV-Planung

  • 900 bis 1.100 kWh pro kWp gelten bei guter Südausrichtung in Deutschland als realistische Größenordnung für den Jahresertrag.
  • Eine 10-kWp-Anlage erzeugt je nach Standort und Dach meist etwa 8.500 bis 11.000 kWh Strom pro Jahr.
  • Rund 70 bis 80 Prozent des Jahresertrags entstehen zwischen April und September.
  • Ost-West-Dächer liefern etwas weniger Spitzen­ertrag, verteilen den Strom aber gleichmäßiger über den Tag.
  • Eine Batterie verschiebt Solarstrom von Tag zu Nacht, kann den Wintermangel jedoch nicht vollständig ausgleichen.

PV-Ertrag Tabelle: Dachneigung vs. Ausrichtung. Zeigt prozentualen Ertrag bei verschiedenen Winkeln und Himmelsrichtungen.

Die wichtigste Zahl ist der Ertrag pro kWp

Die Leistung einer PV-Anlage wird in Kilowattpeak, kurz kWp, angegeben. Das ist die mögliche Spitzenleistung der Module unter genormten Testbedingungen. Für die Praxis zählt aber der spezifische Ertrag in kWh pro kWp. Mit dieser Kennzahl lassen sich kleine und große Anlagen sinnvoll miteinander vergleichen.

Für ein gut ausgerichtetes Dach rechne ich in Deutschland meist mit etwa 900 bis 1.100 kWh pro kWp und Jahr. Die Verbraucherzentrale verwendet für viele Beispielrechnungen einen konservativen Richtwert von 900 kWh pro kWp. Eine konkrete Anlage kann wegen Wetter, Verschattung und Dachgeometrie deutlich davon abweichen.

Region und typische Bedingungen Jahresertrag pro kWp Ertrag bei 10 kWp
Norddeutschland, gute Südlage 850 bis 1.000 kWh 8.500 bis 10.000 kWh
Mitteldeutschland, gute Südlage 900 bis 1.050 kWh 9.000 bis 10.500 kWh
Süddeutschland, gute Südlage 950 bis 1.100 kWh 9.500 bis 11.000 kWh
Leichte Verschattung oder ungünstige Dachfläche 700 bis 900 kWh 7.000 bis 9.000 kWh

Die Tabelle liefert eine Planungsgröße, keine Ertragsgarantie. Ein sonniges Jahr kann die Prognose übertreffen, während Schnee, lange Bewölkung oder technische Ausfälle den tatsächlichen Wert reduzieren. Ich würde deshalb für die Wirtschaftlichkeitsrechnung eher mit dem mittleren oder unteren Bereich kalkulieren.

So verteilt sich der Solarertrag über die Monate

Die Jahreszahl wirkt zunächst beeindruckend, sagt aber wenig über den Zeitpunkt der Stromproduktion aus. Eine Anlage mit 1.000 kWh Jahresertrag pro kWp erzeugt im Dezember nicht annähernd so viel wie im Mai oder Juni. Für die folgende Orientierung nehme ich eine 10-kWp-Anlage in Mitteldeutschland mit guter Süd-Ausrichtung und rund 30 bis 35 Grad Dachneigung an.

Monat Richtwert in kWh/kWp 10-kWp-Anlage
Januar 25 250 kWh
Februar 45 450 kWh
März 85 850 kWh
April 120 1.200 kWh
Mai 135 1.350 kWh
Juni 140 1.400 kWh
Juli 130 1.300 kWh
August 115 1.150 kWh
September 95 950 kWh
Oktober 65 650 kWh
November 30 300 kWh
Dezember 15 150 kWh
Jahr 1.000 kWh/kWp 10.000 kWh

Diese Monatswerte sind geglättete Richtwerte. In einzelnen Jahren kann der Mai besser als der Juli ausfallen, weil hohe Temperaturen den Wirkungsgrad der Module etwas senken und wechselhaftes Wetter die Monate unterschiedlich trifft. Entscheidend bleibt die Größenordnung: Wintermonate liefern nur einen kleinen Teil des Jahresertrags.

Welche Rolle Ausrichtung und Dachneigung spielen

Ein Süddach mit etwa 30 bis 40 Grad Neigung bringt in vielen Regionen den höchsten Jahresertrag. Der Unterschied zu einer leicht abweichenden Neigung ist jedoch oft kleiner als erwartet. Nach meiner Erfahrung wird die optimale Dachneigung bei der Planung häufig überschätzt, während Verschattung und verfügbare Dachfläche zu wenig Beachtung finden.

Ausrichtung Typischer Jahresertrag Praktische Einordnung
Süd, 30 bis 40 Grad 950 bis 1.100 kWh/kWp Höchster Jahresertrag und starke Mittagsproduktion
Südost oder Südwest 900 bis 1.050 kWh/kWp Nur moderat unter dem Südoptimum
Ost oder West, 20 bis 40 Grad 750 bis 950 kWh/kWp Mehr Strom am Morgen oder Nachmittag
Flachdach mit Aufständerung 850 bis 1.000 kWh/kWp Gute Planung nötig, um Eigenverschattung zu vermeiden
Nord, flache Dachneigung 600 bis 850 kWh/kWp Kann sinnvoll sein, wenn viel Dachfläche vorhanden ist
Nord, steile Dachneigung 450 bis 700 kWh/kWp Nur mit genauer Einzelberechnung einplanen

Ost-West-Anlagen sind nicht automatisch die schlechtere Lösung. Sie erzeugen weniger hohe Mittagsspitzen, dafür passt ihr Erzeugungsprofil oft besser zum Stromverbrauch eines Haushalts. Das kann den Eigenverbrauchsanteil erhöhen und einen kleineren Batteriespeicher wirtschaftlicher machen.

Bei einem Schornstein, einer Gaube oder einem Nachbargebäude reicht schon ein kleiner Schatten, um einzelne Modulbereiche zu bremsen. Moderne Wechselrichter mit mehreren MPP-Trackern oder Moduloptimierern können solche Effekte begrenzen, aber sie ersetzen keine saubere Verschattungsanalyse.

So berechne ich den erwarteten Ertrag für das eigene Dach

Die Grundrechnung ist unkompliziert. Ich multipliziere die installierte Leistung mit dem erwarteten spezifischen Ertrag:

Jahresertrag = Anlagengröße in kWp × spezifischer Ertrag in kWh/kWp

Eine Anlage mit 8,2 kWp und einem erwarteten Wert von 950 kWh/kWp kommt rechnerisch auf 7.790 kWh pro Jahr. Für einen einzelnen Monat funktioniert dieselbe Rechnung mit dem jeweiligen Monatswert aus der Tabelle.

  1. Anlagengröße bestimmen: Zähle die geplanten Module und multipliziere ihre Nennleistung. 20 Module mit je 450 Wp ergeben beispielsweise 9,0 kWp.
  2. Standort und Dach bewerten: Berücksichtige Region, Himmelsrichtung, Neigung und mögliche Schatten.
  3. Passenden Richtwert wählen: Verwende bei Unsicherheit lieber den konservativen Bereich und nicht das technische Optimum.
  4. Monatsprofil prüfen: Vergleiche nicht nur den Jahreswert, sondern auch die erwartete Produktion im Winter und in der Übergangszeit.

Online-Rechner auf Basis von Satelliten- und Wetterdaten sind für eine erste Einschätzung hilfreich. Für eine belastbare Planung sollte der Installationsbetrieb zusätzlich die Verluste von Wechselrichter, Kabeln, Temperatur und Verschattung berücksichtigen. Diese liegen bei einer gut geplanten Anlage zusammen häufig im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Wichtig ist, Verluste nicht doppelt abzuziehen, wenn sie im Rechner bereits enthalten sind.

Was der PV-Ertrag für Heizung und Eigenverbrauch bedeutet

Gerade bei einer Wärmepumpe liegt der größte Strombedarf oft in den Monaten, in denen die PV-Anlage am wenigsten produziert. Eine 10-kWp-Anlage kann im Dezember nach dem obigen Richtwert etwa 150 kWh erzeugen, während Haushalt und Wärmepumpe zusammen ein Mehrfaches davon benötigen können. Der Solarstrom senkt die Stromrechnung trotzdem, deckt den Heizbedarf im Winter aber nicht vollständig.

Verbraucher Typischer Jahresverbrauch Bezug zur PV-Anlage
Haushalt mit drei bis vier Personen 3.000 bis 4.500 kWh Guter Anteil direkt nutzbar, besonders tagsüber
Luft-Wärmepumpe im effizienten Einfamilienhaus 2.500 bis 4.000 kWh Mehr Verbrauch im Winter, daher saisonal ungünstig
Wärmepumpe plus Warmwasser 3.000 bis 5.000 kWh Warmwasserbereitung lässt sich teilweise in den Tag verschieben
Elektroauto 1.500 bis 3.000 kWh Sehr gut mit PV kombinierbar, wenn tagsüber geladen wird

Am meisten bringt meist eine intelligente Steuerung, die Wärmepumpe, Warmwasserspeicher, Wallbox und Haushaltsgeräte auf sonnige Stunden abstimmt. Ein Batteriespeicher hilft vor allem dabei, den Abend- und Nachtverbrauch abzudecken. Er speichert jedoch keinen Sommerstrom für mehrere dunkle Wintermonate.

Ich würde den Speicher deshalb nicht allein nach der PV-Leistung auswählen. Entscheidend sind Lastprofil, Wärmepumpe, Ladeverhalten des Elektroautos und der Stromverbrauch in der Nacht. Ein übergroßer Speicher kostet mehr, steht im Sommer oft voll und verbessert die Wirtschaftlichkeit nicht automatisch.

Aus einer Ertragstabelle wird eine belastbare Entscheidung

Für die erste Planung genügt meist eine klare Größenordnung. Bei guter Ausrichtung sind 900 bis 1.100 kWh pro kWp realistisch, wobei der konkrete Standort und die Verschattung den Ausschlag geben. Für die Wirtschaftlichkeit sollte ich mit mehreren Szenarien rechnen und nicht nur mit dem besten Sonnenjahr.

Wer eine Wärmepumpe betreibt, sollte den Blick auf das Monatsprofil richten. Eine etwas kleinere Ost-West-Anlage kann im Alltag sinnvoller sein als eine maximal auf Süd optimierte Fläche, wenn dadurch mehr Strom morgens und nachmittags direkt im Haus genutzt wird.

Die beste Ertragsprognose ist am Ende diejenige, die Dach, Verbrauch und Heizsystem gemeinsam betrachtet. Eine einzelne Jahreszahl klingt präzise, wird aber erst dann wirklich hilfreich, wenn sie zeigt, wann der Strom entsteht und wie viel davon im eigenen Haus genutzt werden kann.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Je nach Standort, Ausrichtung und Verschattung sind etwa 8.500 bis 11.000 kWh pro Jahr realistisch. In Norddeutschland liegen gute Südlagen meist bei 8.500 bis 10.000 kWh, in Süddeutschland bei 9.500 bis 11.000 kWh.

Bei einer gut ausgerichteten Anlage in Mitteldeutschland entstehen rund 70 bis 80 Prozent des Jahresertrags zwischen April und September. Nach dem Richtwert aus der Tabelle erzeugt die Anlage im Dezember etwa 150 kWh, im Juni dagegen rund 1.400 kWh.

Multipliziere die Anlagengröße in kWp mit dem erwarteten spezifischen Ertrag in kWh pro kWp. Eine Anlage mit 8,2 kWp und 950 kWh pro kWp kommt beispielsweise auf 7.790 kWh pro Jahr. Standort, Dachneigung, Ausrichtung, Verschattung und technische Verluste sollten bei der Wahl des Richtwerts berücksichtigt werden.

Ein Süddach mit 30 bis 40 Grad Neigung erzielt typischerweise 950 bis 1.100 kWh pro kWp. Ost-West-Dächer erreichen meist 750 bis 950 kWh pro kWp, verteilen den Strom aber gleichmäßiger über den Tag und können dadurch den Eigenverbrauch verbessern.

Eine Batterie verschiebt Solarstrom vor allem vom Tag in den Abend und die Nacht. Sie kann den saisonalen Wintermangel jedoch nicht vollständig ausgleichen, weil im Dezember deutlich weniger Solarstrom entsteht und der Verbrauch durch eine Wärmepumpe oft höher ist.

Artikel bewerten

Bewertung: 0.00 Stimmenanzahl: 0

Tags:

photovoltaik wärmepumpe solarertrag eigenverbrauch batteriespeicher

Beitrag teilen

Burghard Otto

Burghard Otto

Unter dem Namen Burghard Otto schreibe ich seit 3 Jahren über Wohnen, Immobilien und Smart Home. Diese Bereiche faszinieren mich, weil sie direkt unseren Alltag beeinflussen und das Potenzial haben, unser Leben komfortabler und effizienter zu gestalten. Ich mag es, komplexe Zusammenhänge verständlich zu erklären und Lesern dabei zu helfen, die neuesten Trends im Smart Home zu durchschauen oder fundierte Entscheidungen rund um Immobilien zu treffen. Dabei lege ich Wert darauf, Informationen gründlich zu recherchieren und sie so aufzubereiten, dass sie praxisnah und nachvollziehbar sind. Mein Ziel ist es, Ihnen stets nützliche und aktuelle Einblicke zu bieten, damit Sie sich in Ihrem Zuhause wohlfühlen und gut informiert sind.

Kommentar schreiben