Eine Gas- oder Ölheizung wird 2026 nicht nur durch den Brennstoffpreis teurer. Zusätzlich beeinflusst der CO₂-Preis, wie hoch die Heizkosten ausfallen und wie attraktiv eine Wärmepumpe, Fernwärme oder eine energetische Sanierung wird. Ich zeige, welche Beträge aktuell gelten, wie sich der Aufschlag berechnet und was Eigentümer, Mieter und Vermieter praktisch beachten sollten.
Die wichtigsten Zahlen für Ihre Heizkosten auf einen Blick
- 55 bis 65 Euro kostet ein Emissionszertifikat 2026 pro Tonne CO₂.
- Bei Erdgas entspricht das ungefähr 1,11 bis 1,31 Cent je kWh netto.
- Bei Heizöl fallen rund 14,7 bis 17,4 Cent je Liter netto an.
- Für die Aufteilung zwischen Mietern und Vermietern gilt 2026 gesetzlich ein Mittelwert von 60 Euro je Tonne.
- Bei Wohngebäuden können Vermieter je nach Effizienz 0 bis 95 Prozent der CO₂-Kosten tragen.
Was der CO₂-Preis 2026 in Deutschland kostet
Bis 2025 war der Preis für fossile Brennstoffemissionen gesetzlich festgelegt. Er stieg von 25 Euro je Tonne im Jahr 2021 auf 55 Euro im Jahr 2025. 2026 gilt erstmals ein Preiskorridor zwischen 55 und 65 Euro. Der tatsächliche Preis bildet sich innerhalb dieser Spanne über Versteigerungen nationaler Emissionszertifikate.
| Jahr | Preis je Tonne CO₂ | System |
|---|---|---|
| 2021 | 25 Euro | Festpreis |
| 2022 | 30 Euro | Festpreis |
| 2023 | 30 Euro | Festpreis |
| 2024 | 45 Euro | Festpreis |
| 2025 | 55 Euro | Festpreis |
| 2026 | 55 bis 65 Euro | Preiskorridor und Versteigerung |
Für die persönliche Budgetplanung rechne ich eher mit dem oberen Wert von 65 Euro. Er ist zwar nicht automatisch in jeder Abrechnung der endgültige Wert, schützt aber vor einer zu optimistischen Kalkulation. Wer das System genauer verstehen möchte, findet beim Umweltbundesamt die gesetzlichen Grundlagen und den Ablauf des nationalen Emissionshandels.
Der CO₂-Preis ist keine klassische Steuer auf den direkten Ausstoß eines Haushalts. Verpflichtet sind zunächst Unternehmen, die Erdgas, Heizöl, Flüssiggas, Kohle oder Kraftstoffe in den Verkehr bringen. Die Kosten werden anschließend über die Energiepreise an Verbraucher weitergegeben.
So viel kostet die Emission beim Heizen
Die Belastung hängt nicht nur vom Zertifikatspreis, sondern auch vom Emissionsfaktor des Brennstoffs ab. Dieser beschreibt, wie viel CO₂ bei der Verbrennung einer Kilowattstunde Gas oder eines Liters Heizöl entsteht.
| Brennstoff | Ungefährer Emissionsfaktor | CO₂-Kosten bei 55 Euro | CO₂-Kosten bei 65 Euro |
|---|---|---|---|
| Erdgas | 0,201 kg CO₂/kWh | 1,11 ct/kWh netto | 1,31 ct/kWh netto |
| Heizöl | 2,67 kg CO₂/Liter | 14,7 ct/Liter netto | 17,4 ct/Liter netto |
| Flüssiggas | rund 3,0 kg CO₂/kg | 16,5 ct/kg netto | 19,5 ct/kg netto |
Auf der Rechnung kommt in der Regel noch die Mehrwertsteuer hinzu. Beim Erdgas kann der Aufschlag 2026 damit ungefähr 1,32 bis 1,55 Cent je kWh brutto betragen. Die genaue Darstellung hängt vom Anbieter und davon ab, ob der Preisbestandteil netto oder brutto ausgewiesen wird.
Beispiel mit einer Gasheizung
Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh verursacht bei einem Emissionsfaktor von 0,201 kg/kWh rund 4,02 Tonnen CO₂. Bei 65 Euro je Tonne entstehen daraus etwa 261 Euro CO₂-Kosten netto beziehungsweise rund 311 Euro inklusive Mehrwertsteuer.
Bei einem Preis von 55 Euro wären es etwa 221 Euro netto. Der Unterschied zwischen dem unteren und oberen Ende des Korridors liegt in diesem Beispiel also bei ungefähr 40 Euro netto pro Jahr. Der gesamte Gaspreis kann sich natürlich deutlich stärker verändern, wenn sich Beschaffungskosten, Netzentgelte oder Abgaben bewegen.
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Beispiel mit einer Ölheizung
Verbraucht ein Einfamilienhaus 2.000 Liter Heizöl, entstehen daraus ungefähr 5,34 Tonnen CO₂. Bei 65 Euro je Tonne entspricht das rund 347 Euro netto oder etwa 413 Euro brutto. Gegenüber einem Preis von 55 Euro beträgt der zusätzliche Unterschied etwa 53 Euro netto.
Diese Beispiele zeigen, warum der CO₂-Preis spürbar, aber selten der größte Einzelposten auf der Heizkostenabrechnung ist. Den größten Hebel bietet weiterhin der Verbrauch selbst. Jede eingesparte Kilowattstunde reduziert gleichzeitig Brennstoffkosten, CO₂-Kosten und die Abhängigkeit von Preisschwankungen.
Was der Aufschlag für Ihre jährlichen Heizkosten bedeutet
Bei einer bestehenden Gas- oder Ölheizung sollte man den CO₂-Preis nicht isoliert betrachten. Entscheidend ist, wie viel Energie das Gebäude tatsächlich benötigt und wie effizient die Heizungsanlage arbeitet. Zwei Häuser mit derselben Wohnfläche können deshalb trotz identischer Heizung völlig unterschiedliche CO₂-Kosten verursachen.
In einem schlecht gedämmten Altbau summieren sich hohe Vorlauftemperaturen, Wärmeverluste und ein großer Brennstoffverbrauch. Dort wirkt der Aufschlag stärker als in einem sanierten Gebäude, das mit niedrigen Temperaturen und einer gut geregelten Anlage auskommt.
- Heizkurve optimieren: Eine witterungsgeführte Regelung kann die Vorlauftemperatur besser an das Wetter anpassen.
- Hydraulischen Abgleich durchführen: Dadurch wird die Wärme gleichmäßiger im Gebäude verteilt.
- Verbrauch digital überwachen: Smart-Home-Sensoren machen unnötiges Heizen in einzelnen Räumen sichtbar.
- Heizungsrohre dämmen: Besonders in unbeheizten Kellerräumen gehen sonst kontinuierlich Kilowattstunden verloren.
- Raumtemperaturen bewusst wählen: Eine Absenkung um ein Grad kann den Heizenergieverbrauch spürbar reduzieren, der genaue Effekt hängt aber vom Gebäude ab.
Ich halte intelligente Thermostate für sinnvoll, wenn sie tatsächlich nach Zeitplan, Raumtemperatur und Anwesenheit regeln. Ein teures System allein spart noch keine Energie. Entscheidend ist, dass die Technik dauerhaft passend eingestellt wird und nicht gegen eine schlecht gedämmte Gebäudehülle ankämpfen muss.
Bei Wärmepumpen fällt kein vergleichbarer direkter CO₂-Aufschlag auf den Heizstrom an. Trotzdem ist die Anlage nicht automatisch klimaneutral, denn ihre Umweltwirkung hängt vom Strommix, der Jahresarbeitszahl und der korrekten Dimensionierung ab. Fernwärme und Biomasse müssen ebenfalls individuell betrachtet werden, weil Brennstoffmix und Abrechnung entscheidend sind.
Wer die CO₂-Kosten in einer Mietwohnung bezahlt
Seit 2023 werden die CO₂-Kosten in deutschen Wohngebäuden nach einem Stufenmodell zwischen Mietern und Vermietern aufgeteilt. Je höher der Ausstoß pro Quadratmeter, desto größer wird der Anteil des Vermieters. Damit soll berücksichtigt werden, dass Mieter zwar ihr Heizverhalten beeinflussen, aber keine Fassade dämmen oder die Heizungsanlage austauschen können.
| CO₂-Ausstoß des Gebäudes pro m² und Jahr | Anteil Mieter | Anteil Vermieter |
|---|---|---|
| unter 12 kg | 100 % | 0 % |
| 12 bis unter 17 kg | 90 % | 10 % |
| 17 bis unter 22 kg | 80 % | 20 % |
| 22 bis unter 27 kg | 70 % | 30 % |
| 27 bis unter 32 kg | 60 % | 40 % |
| 32 bis unter 37 kg | 50 % | 50 % |
| 37 bis unter 42 kg | 40 % | 60 % |
| 42 bis unter 47 kg | 30 % | 70 % |
| 47 bis unter 52 kg | 20 % | 80 % |
| ab 52 kg | 5 % | 95 % |
Für die rechtliche Kostenaufteilung wird 2026 der Mittelwert des Preiskorridors von 60 Euro je Tonne verwendet. In der Heizkostenabrechnung müssen der ermittelte CO₂-Ausstoß, die Einstufung und der jeweilige Kostenanteil nachvollziehbar erscheinen.
Ein Beispiel macht das Prinzip deutlich. Entstehen in einem Gebäude 1.000 Euro CO₂-Kosten und liegt der Ausstoß bei 45 kg pro Quadratmeter und Jahr, trägt der Mieter 30 Prozent, also 300 Euro. Der Vermieter übernimmt 700 Euro. Bei einem selbst genutzten Einfamilienhaus gibt es diese gesetzliche Aufteilung nicht, dort trägt der Eigentümer die Kosten vollständig.
Welche Heizung langfristig noch sinnvoll ist
Der CO₂-Preis allein sollte keine Heizungsentscheidung auslösen. Er ist aber ein wichtiger Bestandteil einer langfristigen Rechnung, besonders wenn eine alte Öl- oder Gasheizung ohnehin ersetzt werden muss.
| Heizsystem | Direkter CO₂-Aufschlag auf den Brennstoff | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Gasheizung | Ja | Gasverbrauch, Gebäudehülle, Vorlauftemperatur |
| Ölheizung | Ja | Ölverbrauch, Kesselaustausch, Lagerung und Sanierungsbedarf |
| Wärmepumpe | Kein direkter BEHG-Aufschlag | Jahresarbeitszahl, Stromtarif, Heizflächen und Dämmstandard |
| Fernwärme | Abhängig vom Wärmemix | Preisformel, Grundpreis und Anteil fossiler Energien |
| Biomasseheizung | In der Regel kein vergleichbarer Aufschlag | Brennstoffqualität, Lagerraum, Wartung und lokale Emissionsvorgaben |
Eine Wärmepumpe spielt ihre Vorteile vor allem in einem Gebäude mit niedrigen Vorlauftemperaturen aus. In einem unsanierten Altbau kann sie trotzdem funktionieren, aber die Planung wird anspruchsvoller und die Investition kann höher ausfallen. Eine pauschale Aussage wie „Wärmepumpe ist immer günstiger“ hilft deshalb wenig.
Bei einer neuen Gasheizung würde ich dagegen nicht nur den heutigen Brennstoffpreis betrachten. Der Übergang vom nationalen System zum europäischen EU-ETS 2 ist vorbereitet, und die Preisbildung soll künftig stärker vom Markt beeinflusst werden. Das macht die langfristige Betriebskostenplanung fossiler Heizungen unsicherer.
Für Eigentümer ist deshalb eine Kombination oft sinnvoller als eine Einzelmaßnahme. Dämmung, Heizflächen, Regelung, hydraulischer Abgleich und ein passender Wärmeerzeuger müssen zusammenpassen. Eine kleine, gut geplante Sanierung kann wirtschaftlich mehr bringen als ein technisch überdimensioniertes Heizsystem.So behalten Sie den CO₂-Anteil auf der Rechnung im Blick
Prüfen Sie zunächst den Jahresverbrauch und nicht nur den monatlichen Abschlag. Bei Gas wird der CO₂-Kostenbestandteil meist separat in Cent pro Kilowattstunde ausgewiesen. Bei Heizöl lässt sich der Betrag über die gelieferte Literzahl und den angesetzten Zertifikatspreis nachvollziehen.
- Gasverbrauch oder Heizölmenge des Abrechnungszeitraums notieren.
- Emissionsfaktor des verwendeten Brennstoffs prüfen.
- CO₂-Preis je Tonne mit dem ausgewiesenen Kostenbestandteil vergleichen.
- Bei Mietwohnungen die Gebäudestufe und den Vermieteranteil kontrollieren.
- Verbrauchswerte mit den Vorjahren vergleichen, idealerweise witterungsbereinigt.
Ein häufiger Fehler besteht darin, den CO₂-Preis mit dem gesamten Anstieg der Heizkosten gleichzusetzen. Energiepreis, Grundpreis, Netzentgelte, Mehrwertsteuer und Wetter können die Rechnung deutlich stärker beeinflussen. Der CO₂-Anteil ist trotzdem wichtig, weil er dauerhaft an den fossilen Verbrauch gekoppelt bleibt.
Die Angaben des Bundesumweltministeriums zeigen für 2026 bei Erdgas eine mögliche Veränderung von bis zu etwa 0,22 Cent je kWh gegenüber 2025. Bei Diesel und Heizöl liegt die mögliche Mehrbelastung bei bis zu rund 3,2 Cent je Liter brutto. Für den einzelnen Haushalt zählt am Ende jedoch der tatsächliche Verbrauch.
Eine niedrige Heizkostenrechnung beginnt beim Verbrauch
Der CO₂-Preis wird 2026 voraussichtlich kein Grund sein, eine funktionierende Heizung sofort auszutauschen. Er verändert aber die Rechnung über die gesamte Lebensdauer einer Anlage. Wer heute saniert, sollte deshalb nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch Verbrauch, Energiepreise, Gebäudeeffizienz und mögliche Preissteigerungen fossiler Brennstoffe zusammen betrachten.
Für Mieter lohnt sich der Blick auf die Heizkostenabrechnung und die gesetzliche Kostenaufteilung. Eigentümer sollten vor einer Investition den Wärmebedarf sauber ermitteln lassen. Meine praktische Faustregel lautet: Erst den Verbrauch senken, dann den Wärmeerzeuger auswählen. So bleibt die Entscheidung auch dann tragfähig, wenn sich der CO₂-Preis künftig stärker bewegt.